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Pfingsten 2000 |
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Pfingsten auf der Havel Eigentlich sind wir Mitglieder des Alpenvereins in Guben, aber wir lieben die Natur insgesamt und nicht nur die Berge. Viele Kanutouren haben wir deshalb schon in Familie und der Familie meiner Schwester auf Deutschlands Flüssen aber auch in Skandinavien unternommen. Jede Tour war ein Abenteuer für sich. 1999 kam uns das erste mal die Idee so eine Flusswanderung über mehrere Tage auch mal in einer größeren Gruppe mit Mitgliedern unseres Alpenvereins zu organisieren. Die Idee wurde zum vollen Erfolg. Wir befuhren die Spree von Lübben bis Beeskow an den drei Pfingstfeiertagen. Da es nun einmal diese vielen Kanuinteressierten in unserem Verein gab, mußten wir uns also für das Jahr 2000 wieder einen geeigneten Fluß suchen. Der Termin sollte wieder Pfingsten sein, der Fluß nicht all zu weit weg und für eine größere Gruppe geeignet. Die Entscheidung fiel auf die Havel. Die Planung geschah wie folgt: Zuerst haben wir den Fluss in zwei 20 –25 Kilometerabschnitte eingeteilt und ein kleiner Rest sollte für den Pfingstmontag bleiben. Wichtig war auch ein guter Ausgangszeltplatz direkt am Fluß, wo wir uns am Vorabend alle treffen können und auch während der Tour die Autos stehen lassen können. Wir brauchten zwei Zwischenübernachtungsplätze und ein Endpunkt, zu dem ein paar Autos schon vor geschafft werden können zum Nachholen der Zurückgelassenen. Die gesamte Planung hatte mein Mann Thomas in der Hand. Wie auch im vergangenen Jahr machten wir im zeitigen Frühjahr dazu eine Radtour , um die Etappen für die Flußtour abzuklären, denn wenn wir in großer Gruppe und dann auch noch zu Pfingsten zum Nächtigen anrücken, muß der Platz schon handfest sein. Die Planung klappte ganz gut. Wir stießen auf viele nette Leute. Die Zeit bis Pfingsten verging schnell. Am 09.06.00, das war der Freitag davor, holte Thomas die fünf zur Ausleihe reservierten Kanus aus Eisenhüttenstadt ab. Diesmal mieteten wir uns auch gleich den Kanuanhänger dazu und packten unsere zwei privaten Kajaks mit drauf. Das waren nun schon sieben Boote. Weitere vier Familien hatten auch ihr eigenes Boot, so kamen wir insgesamt auf elf Kanus bzw. Kanadier. Um 16.00 Uhr traf sich nun die halbe Meute vor unserem Haus. Wer noch keinen Tourenplan hatte bekam jetzt einen. Der Ausgangszeltplatz war in Kützkow links der Havel. Auf der rechten Seite ist Pritzerbe. Da wir mit dem riesigen Bootsanhänger langsamer fahren mußten, schickten wir alle PKW, ob mit oder ohne Boot auf dem Autodach, vorne weg. Diese sollten auch gleich einige Autos an den Zielpunkt der Tour bringen, um am Ende die Anderen nachzuholen. Mit Anbruch der Dunkelheit trafen auch wir auf dem Zeltplatz ein und bald waren alle vollzählig. Wie abgesprochen hatten wir in Kützkow einen Platz direkt am Wasser. Nun begann das muntere Treiben; Begrüßung mit lange nicht Gesehenen, Boote vom Hänger und von den Dächern Abladen, Zelte aufbauen, Sachen sortieren und zwischendurch wurde auch noch gegrillt und geschlemmt. Am nächsten Morgen hieß es um 7.00 Uhr „Raus aus den Schlaftüten“, denn um 9.00 Uhr war lospaddeln angesagt. Das hört sich vielleicht für einen Feiertag ein bißchen hart an aber wir wollen ja auch etwas vom Tag haben und dieser Tagesablauf war den meisten vom Spreepaddeln aus dem vergangenen Jahr bekannt und wer sich wieder mit uns einläßt , muß da durch. In Grüppchen wurde nun vor den Zelten gefrühstückt. Dann begann wieder das Packen und Sortieren der Ausrüstung . Was muß mit, was bleibt im Auto? Am schwierigsten hatten es diejenigen, welche noch nie eine Mehrtagestour unternommen hatten. Aber wir starten ja nicht ins Outback oder die Sahara, wo der kleinste Ausrüstungsfehler das Leben kosten kann. Auf jeden Fall schafften es alle, sich an den abgemachten Zeitplan zu halten. Sogar schon zehn vor Neun waren alle Boote auf dem Wasser. Als erstes passieren wir die Autofähre von Pritzerbe. Die Havel ist breit und die Strömung fast Null. Jeder überlegt noch ein letztes mal, was er vergessen haben könnte. Für die ersten drei Kilometer bis zur ersten Schleuse kurz vor Bahnitz brauchten wir sehr lange. Einige mussten sich erst einpaddeln. Ein paar mal wurden dazu die Steuermänner umgesetzt. Tipps von allen Seiten brachten auch den letzten Kanadier in Fahrt. Ich fuhr mit unser Tochter Kristin in unserem Zweier-Kajak und wir waren mit an der Spitze unser sich nun lang auseinandergezogenen Truppe. Plötzlich ging das Gerücht um, dass Thomas in seinem Einer und Ulla und Manfred im Faltboot noch einmal zurück paddeln weil einem von unseren geliehenen Kanadiern unbemerkt ein Stechpaddel ins Wasser gefallen sein muß. Als wir uns dann endlich an der Schleuse alle trafen gab es Fragen über Fragen, wie das passieren konnte. Aber egal; das Paddel schwimmt immer noch in der Havel, wenn es nicht ein Anderer jetzt gefunden hat, wir jedenfalls nicht. Nun wurde endlich geschleust, natürlich in Selbstbedienung. Allerdings war für alle elf Boote die Schleuse zu klein, deshalb teilten wir uns in zwei Gruppen. Das alles brauchte natürlich sehr viel Zeit und ich hatte schon Bedenken unsere Tagesetappe zu schaffen und die war erst in Rathenow zu Ende. Aber dieses erste Stückchen war auch das Zeitaufwendigste geblieben. Ab jetzt ging es richtig los. Eine kleine Hilfe war uns auch der Rückenwind. Die Sonne scheint nun erbarmungslos. Unser Paddelnachwuchs Julia (1,5 Jahr ) spielt unter dem von Mutti aufgebauten Sonnenschirm in ihrem ein Quadratmeter großen „Kinderzimmer“ im gleichnamigen Kanadier „JULE“. Auch wir haben uns lieber wieder etwas auf die Schultern gezogen, um uns vor der Mittagssonne zu schützen. Körperliche Arbeit und das auch noch an frischer Luft, macht bekanntlich hungrig. Also hielten wir Ausschau nach einem geeigneten Uferabschnitt. Der war auch bald gefunden. Es war ein kleiner Sandstrand , den wir sofort mit unserer Flotte zuparkten. Das Mittagessen bestand aus Kaltverpflegung aus den Booten. Nur die Kinder ließen sich schlecht zum Essen überreden, da sie es vorzogen die ganze Zeit im Wasser zu planschen. Jetzt mußte es aber wieder weiter gehen. Ich habe immer noch das Gefühl ,daß es heute Abend spät werden könnte. Der Himmel ist noch immer blau. Kaum eine Wolke verirrt sich zu uns. Wir haben überhaupt das Frühjahr des Jahrhunderts. Seit Ende April herrschen Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad vor. In der Nähe von Premnitz sagte mir Thomas, daß die Batterie in unserem Fotoapparat dabei ist, ihren Geist aufzugeben. Es wäre doch schade ,wenn es keine Dias von der Tour geben würde. Daraufhin beschlossen wir, den Anderen einen Vorsprung zu lassen , während wir in Premnitz anlegten. Ich paßte mit Kristin auf Thomas Kajak auf, und er spurtete in den Ort, um den Apparat wieder flott zu kriegen. Es hat auch alles so geklappt. Nun aber mit voller Kraft an die Geräte, um die anderen wieder einzuholen, denn sie werden in der Zwischenzeit einiges an Strecke zurückgelegt haben. – Dachten wir! Mit viel Einsatz paddelten wir etwa eine Viertelstunde. Doch was sahen wir da hinter der nächsten Biegung? Da lag ein großer Haufen Boote an einem Steg festgemacht. Gab es hier auf der Havel noch eine Paddeltruppe? Unsere Leute müssen doch in der Zeit viel weiter gekommen sein. Nein, wir kannten diese Boote. Sie gehörten zu uns und der Steg zum Biergarten. Da war doch alles klar! Nach dieser Kühlung von innen durch ein frisches Radler, und die Kinder hatten Eis, ging es nun aber wirklich weiter nach Rathenow. Die Havel wird gesäumt von wunderschönen Feuchtwiesen. An einigen Stellen ist sogar das Anlegen verboten. Der Naturschutz wird hier groß geschrieben. Viele Stellen sind Vogelschutzgebiete. Endlich erreichen wir Rathenow. Laut Wasserwanderkarte bleibt für uns Sportboote die Hauptschleuse gesperrt. Sie hätte auf dem direkten Weg zu unserem festgemachten Übernachtungsplatz, dem...............,gelegen. Uns bleibt nichts weiter übrig, als den Umweg von ca. einem Kilometer durch den Ort über die Stadtschleuse zu nehmen. Das war natürlich landschaftlich überhaupt nicht schön. Das Wasser sah sogar recht schmutzig aus, weil in diesen Kanälen keine Strömung war. Das Vereinsgelände lag in einer kleinen Sackgasse des Flusses. Deshalb sah auch da das Wasser nicht gerade zum Baden einladend aus. Einige Rathenower Vereinsmitglieder warteten bereits auf uns. Sie halfen uns auch beim Herausziehen der Boote aus dem Wasser. Nachdem alle an Land waren, zeigte man uns noch die sanitären Einrichtungen und wir erhielten den Schlüssel dazu. Rundum wurden wir einfach gut empfangen; wenn nur das Wetter etwas kühler wäre. Alle waren wir durch die so erbarmungslos scheinende Sonne so geschafft, daß sich fast jeder erst einmal an ein schattiges Plätzchen setzte, ehe es zu irgendwelchen Aktivitäten am Lagerplatz kam. Später folgte dann das Aufbauen der Zelte und das Abendbrot. Schade war nur, daß es hier nicht möglich war, zum Baden ins Wasser zu kommen. Aber auch dafür fanden wir eine Lösung. In zwei leer geräumten Kanadiern fuhren wir mit den Kindern ca. 200 Meter weiter bis auf den Hauptstrom der Havel, wo die Strömung etwas besser war und somit auch das Wasser sauberer. Vom Uferbereich konnten wir auch hier nicht ins kühle Naß, deshalb machten wir die Boote an einer Schifffartsboje fest und nutzten sie als Badeinseln. Das war natürlich ein großer Gaudi nicht nur für die Kinder. Das Wasser stand schon knöcheltief in den Booten und immer wenn wieder jemand vom Wasser aus einsteigen wollte, kam ein weiterer Schwapp dazu. Der Abend wurde dann ganz lustig. In großer Runde saßen wir zwischen unseren Zelten auf der Wiese und quatschten über Dies und Das. Unsere insgesamt sieben Kinder beschäftigten sich den ganzen Abend prima allein, bis eins nach dem anderen, beim Jüngsten beginnend, in den Schlafsack fiel. Der Pfingstsonntag begann, wie vorher abgesprochen, mit dem Aufstehen um 7.00 Uhr. Das war aber kein Problem, weil uns die Sonne eh schon wach gekitzelt hatte und aus den Zelten gleich Tropenhäuser machen würde. Nach dem Frühstück war wieder großes Packen angesagt. Alles mußte wieder in die Boote, die dicken Sachen ganz weit weg , Badesachen Sonnenhut und Sonnenmilch in Reichweite. Punkt 9.00 Uhr hatten wir alle Kanus im Wasser .Wir waren begeistert, wie das mit unserem Zeitplan so klappte. Wir nennen auf unseren Touren diese Methode immer „mindestens 100 Prozent Erlebnisauslastung“. Manchmal werden es auch mehr. Der Himmel ist wieder blau . Wer hat sich nur dieses Wetter gewünscht? Die Hitze etwas erträglicher machte uns der Wind. Wenn er nicht bloß heute ausgerechnet von vorn gekommen wäre. So müssen wir uns also noch ein bißchen mehr ins Zeug legen, denn wer aufhört zu paddeln treibt in die etgegengesetzte Richtung. Am Fluß selbst hat sich zu gestern nichts geändert. Er ist immer noch breit. Wir könnten zu fünft nebeneinander fahren. Unsere Gruppe hält gut zusammen, nicht so wie am Vortag beim Lospaddeln. Ab und zu stören uns kleine Motorboote. Nach etwa zehn Kilometern erblickten plötzlich die Ersten am linken Ufer bei Grütz ein Werbeschild mit der Aufschrift „Tankstelle“. Eh ich begreifen konnte warum diese Boote einen mächtigen Spurt einlegten, hatten sie auch schon angelegt. Die Erleuchtung kam mir beim Näherkommen; Motorbote können nicht ohne Sprit fahren und Besitzer von Sportbooten nicht mit trockenen Kehlen. Bald darauf stießen wir auf die erste von drei Schleusen auf der heutigen Etappe. In Selbstbedienung schleusten wir uns wieder in zwei Gruppen die Havel hinunter. Nachdem die Hälfte der heutigen Strecke etwa geschafft war, suchten wir wieder ein geeignetes Plätzchen für die Mittagspause. Ein bißchen wählerischer sind wir auch schon geworden .Wir suchten uns einen Platz, der sowol zum Baden und Spielen für die Kinder geeignet ist aber auch ein bißchen Schatten hat. Nach dem Essen war es schwer wieder aufzubrechen. Wir wären am liebsten im Schatten liegengeblieben und die Kinder im Wasser. Aber das half ja alles nichts; wir müssen weiter. Unser Ziel für heute ist erst in Strodehne erreicht. Hinter Schollene teilt sich die Havel. Wir wählen den rechten Arm, die Gülper Havel. Der Fluß ist jetzt enger und dadurch interessanter für uns. Gleich am Beginn der Gülper Havel versperrt uns die zweite Schleuse die ungehinderte Weiterfahrt. Wieder schleusen wir uns in zwei Gruppen durch. Anschließend sichteten wir wieder eine gute Badestelle, aber da wir ja auch ein bißchen voran kommen wollten entschieden wir uns zum Weiterfahren mit der Begründung, daß wir ja an unserem nächsten Übernachtungsplatz am Abend dazu reichlich Zeit haben. Nur das Boot mit der Piratenfahne widersetzte sich der Gruppenmeinung, was sie noch später büßen sollten. Das nächste Highlight war nämlich die Brücke bei dem Ort Gülpe, auf der eine ganze Schar, in Badesachen gekleideter Kinder stand. Der Blickkontakt verriet was sie vorhatten. Da wir die Brücke nur an einer etwa vier Meter breiten Stelle durchfahren konnten, mußten wir auch wirklich alle hintereinander durch. Dicht neben unseren Booten sprang dann jeweils rechts und links ein Kind mit voller Wucht ins Wasser, daß es nur so spritzte. Für uns war das weiter nicht schlimm, denn uns war ja eh zu warm und die Dorfkinder hatten ihren Spaß. Nun fehlte aber noch unser Piratenboot mit Olaf, Irene und Mario, die unbedingt zwischendurch baden mußten. Wir riefen den Kindern zu, daß noch ein Boot käme und hatten nun Zeit, uns hinter der Brücke mit unseren Fotoapparaten zu postieren. Alle Springer waren auch wieder auf der Brücke und dann kam, was kommen mußte. Unser Piratenboot stand kurz vor der Versenkung, die Wellen schwappten ihnen mächtig über den Bootsrand. Drei Kilometer vor Strodehne kam unsere letzte Schleuse. Während sich die erste Gruppe von unseren Männern schleusen ließ, hielten wir uns am Ufergras fest, um nicht weg zu treiben. Dabei war es ganz lustig, den Anglern zuzusehen, wie ein Fisch in einem überdimensional großen Käscher geborgen wurde. Vor unseren Nasen baumelte dabei ein aufgespießter Regenwurm an einer am Ufer abgestellten Angel, was zur weiteren Belustigung beitrug. Da uns der arme Regenwurm aber leid tat, haben wir ihn befreit und dem Angler dafür ein Gummibärchen angehangen. Das letzte Stückchen war nun kein Hit mehr. Zeitig genug erreichten wir unseren Schlafplatz, ein Rad- und Wasserwanderrastplatz in Strodehne mit Feuerstelle, Klohäuschen und Platz für die Zelte an der alten Fähranlegestelle. Nach unserer Ankunft zog sich der Himmel immer mehr zu. Gewitter waren für diesen Abend auch prophezeit. Vorsorglich spannten wir schon rechtzeitig das von Klaus mitgebrachte Tarp, um nicht bei Regen in die Zelte kriechen zu müssen. Das Wetter war uns aber lange treu. Die Blitze sahen wir in weiter Ferne, so daß wir in Ruhe unsere Zeltstadt aufbauen und uns dem Abendbrot widmen konnten. Am späten Abend schickte uns der Regen dann doch unter das Tarp. Der Abschlußabend verlief sehr lustig, vielleicht auch ein bißchen laut. Es wurde geschwatzt, gesungen und Gedichte aus der längst vergangenen Schulzeit rezitiert. Für den Pfingstmontag war nur noch eine Etappe von fünf Kilometern geplant. Das mit dem Aufstehen klappt wie am Schnürchen. Es folgte wieder das Frühstück und das Zusammenpacken der Sachen. An diesem Tag war es zum Glück nicht ganz so heiß, aber dafür ärgerte uns der Wind um so mehr. Er blies uns noch heftiger in die Gesichter als am Vortag und auf dem Wasser entstanden sogar kleine Wellen. Als wir in etwa die vermeintliche Ausstiegsstelle bei Vehlgast erreicht hatten, war die Böschung recht hoch. Ein paar mal hat Klaus und Tobasco am Ufer angehalten, um den Hang hinauf zu steigen und zu sehen, wo wir sind und wo eine geeignete Stelle zum Anlanden ist. Eigentlich hätten wir am linken Ufer raus gemußt , weil dort im Ort einige unserer Autos geparkt waren, aber die rechte Seite schien uns attraktiver zum Beenden der Tour und Fähren zum Übersetzen hatten wir ja reichlich. Und so haben wir das dann auch durchgezogen. Nachdem alle Boote aus dem Wasser waren, mußten also alle Autofahrer auf die andere Seite gebracht werden. Ohne Gepäck im Kanadier, aber vollbesetzt mit Leuten schipperten sie rüber. Was wir aber nicht bedacht hatten, Tobasco mußte nun im Alleingang den Kanadier wieder zurück auf unsere Seite bringen und das war bei dem starken Wind nicht so einfach. Er hatte Schwierigkeiten das gegenüberliegende Ufer zu treffen. Fast einhundert Meter ist er entgegen der Fließrichtung des Flusses abgetrieben und während er immer heftiger dagegen paddelte, wäre er fast gekentert. Klaus sah sich schon nach seinem Boot tauchen, aber durch ein paar zugerufene Hinweise lies sich das Bad vermeiden. Bei der nächsten Fuhre stellten wir uns dann besser an. Wir schickten zwei Mann mit, die mit dem Boot wieder zurück kamen. Tobasco verzichtete auf seinen Einsatz. Er hatte die Lacher bereits auf seiner Seite. Für uns hieß es jetzt warten, bis die Männer mit den Autos wieder zurück waren. Wir wußten, daß es ein Weilchen dauern würde. Sie hatten ein ganzes Stückchen zu Fuß zu bewältigen bis sie an den abgestellten Autos waren. Von dort sind sie zu unserem Ausgangspunkt nach Kützkow gefahren, um die anderen PKW‘s und auch den Bootsanhänger zu holen. Wir vertrieben uns derweil die Zeit und packten schon zusammen was ging, spielten mit den Kindern und machten sogar noch ein kleines Lagerfeuer. Als wir dann endlich unsere Autokolonne sahen war die Freude groß. Zur Erinnerung machten wir noch mindestens zehn Gruppenbilder mit Selbstauslöser, das heißt mit jedem Fotoapparat Eins. Im Grunde war unsere schöne Pfingsttour nun zu Ende. Die Boote wurden zum Abtransport wieder auf den Hänger und die Autodächer geladen. Dann folgte die große Abschiedszeremonie. Dabei war für jeden klar, daß diese Kanutour nicht unsere Letzte war. Alle begaben sich nun auf die Heimreise, denn am Dienstag begann für alle wieder der Alltag. Manuela Beglau Juni 2000 |
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