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Pfingsten 1999 |
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Kajaktour auf der unteren Spree Zum Pfingstwochenende trafen sich die Mitglieder des Deutschen Alpenvereins/ Sektion Guben zu einer Kajaktour auf der unteren Spree, geplant war hierbei der Flußabschnitt von Lübben bis Beeskow. Am Abend der Anreise trafen wir uns auf dem Campingplatz von Lübben, wo wir für unsere28 Teilnehmer eine Wiese für unsere Zelte und Boote reserviert hatten. Noch bevor alle angekommen waren brutzelten bereits die ersten Grills und einem schönen und langen Abend stand nun nichts mehr im Wege. 1. Etappe (Lübben - Neuendorfer See / Alt Schadow) Unsere erste Etappe mit einer Paddelstrecke von 25 km, begann mit einem zeitigen Wecken und dem Beladen der Boote. Bereits hier entstand ein reges Durcheinander, da Ausrüstung und Verpflegung für mehrere Tage auf verschiedenste Bootstypen aufgeteilt werden mußte. Um das Chaos noch zu vergrößern, platzte beim Packen auch ein Schlauchboot, so daß nebenbei noch schnell geflickt werden mußte. |
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Gegen 10.00 Uhr hatten wir dann aber alles im Griff, worauf nun die ersten Boote am Lübbener Fährhafen zu Wasser gelassen werden konnten. Bei noch freundlichem Wetter und ausgeruhten Kräften, brachten uns die ersten Paddelschläge zur Lübbener Schleuse, wo wir das Gebiet des Spreewaldes verließen. Fernab vom touristischen Trubel durchpaddelten wir nun eine einsame, mit einzelnen Bäumen aufgelockerte Wiesenlandschaft. Einige von uns, die zum erstenmal in Paddelbooten saßen, hatten jetzt die Möglichkeit sich in der Paddeltechnik zu üben. Ab der Hartmannsdorfer Schleuse änderte sich die Umgebung. Dichte Waldbestände des Unteren Spreewaldes säumten bald beide Flußufer. Alle Mitglieder unserer Gruppe hatten sich mittlerweile eingepaddelt, so daß wir immer zügiger vorankamen. Gegen Mittag erreichten wir Petkamsberg, eine idyllisch liegende Gastwirtschaft am Ufer der Spree. Da hier noch weitere Paddlergruppen Pause machten, wurde es so richtig eng auf dem Fluß, so daß die Anlande- und Ablegungsmanöver mit Drängeleien verbunden waren. Noch während wir erfrischende Getränke zu uns nahmen, schlug das Wetter um und es begannen einzelne Nieselschauer, die später noch in Dauerregen übergehen sollten. Allen Wetterunbilden zum Trotz, zogen wir unsere Regensachen an und begannen weiter zu paddeln. Auf der Hauptspree, bzw. dem Puhlstrom folgend, erreichten wir am Nachmittag den verträumten und schön gelegenen Ort Schlepzig. Leider war hier nichts mit Pause, da uns der Regen zunehmend zu schaffen machte und wir erst die halbe Tagesetappe hinter uns gebracht hatten. Also ging es weiter in die Quasspree hinein. Schlepzig mußte umfahren werden, da die Schleuse unter der Brücke in Ortsmitte nicht mehr in Betrieb war. Dafür folgte eine neue Schleuse flußabwärts der Verbindungsstraße zwischen Schlepzig und Krausnick. Auch hier wurden wir wieder von einheimischen Kindern abgezockt, die darauf bestanden das Schleusen für uns zu übernehmen - was soll's? |
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An der nächsten Gabelung kehrten wir rechts wieder in die große Spree zurück. Aus unserer anfangs gut zusammengehaltenen Gruppe war mittlerweile ein langgezogener Treck entstanden, was daran lag, daß jeder mehr oder weniger mit dem Wetter und den nur langsam schwindenden Flußkilometer zu kämpfen hatte. Da halfen auch keine geistreichen Sprüche. Am Leibscher Nadelwehr nach der Brücke erwartete uns ein neu gebautes Wehr, wo kurz vorher links der Umflutkanal abzweigt, der die Spree mit der Dahme verbindet. Endlich konnten wir mal selber schleusen, denn die sonst bettelnden Kinder waren sicher durchnäßt nach Hause gegangen. Nun war es nicht mehr weit bis zur Mündung in den Neuendorfer Sees, die bisher nur geringe Strömung der Spree verschwand völlig und wir begannen uns auf eine baldige Schlafplatzsuche vorzubereiten. Noch bevor wir unseren geplanten Übernachtungsplatz in Alt-Schadow/ Nord erreichten, mußten wir als krönenden Abschluß den ganzen See auf einer Länge von 4 Kilometern queren, doch aufgrund des Mistwetters erschien uns dieser Abschnitt mindestens doppelt so lang. Genauso frustrierend war, daß nachdem wir endlich angekommen unsere Zelte aufgebaut hatten, der Regen plötzlich aufhörte. Trotzdem hatten wir einen gemütlichen Abend und konnten bisher auf dieser Tour erlebtes auswerten. Die restliche Kälte in unseren Glieder wich den Auswirkungen des Jaga-Tees und eine wohlige Stimmung breitete sich über uns aus. 2. Etappe (Neuendorfer See/ Alt Schadow - Schwielochsee/ Niewisch) Noch während sich am Morgen die Sonne allmählich zeigte, zogen romantische Nebelschwaden über den völlig ruhigen See und ließen bereits jetzt einen vom Wetter her sehr schönen Tag erahnen. Einige unserer Mitglieder waren trotzdem vom gestrigen Tag immer noch so gestreßt, daß sie sich zur Aufgabe entschlossen. Wir verloren somit 4 von unseren 12 Booten und waren jetzt 8 Leute weniger. Der Rest der Truppe war jedoch sehr gut drauf und freute sich bereits auf den kommenden 24-km-Flußabschnitt. Nach einem kurzen Bad im See mit anschließendem Frühstück, sowie einem vorgezogenem Gruppenfoto konnten wir endlich gegen 10.00 Uhr das Festland verlassen und steuerten auf das Wehr von Alt-Schadow zu. Obwohl die Schleuse von diesem Wehr nur in jeder ungeraden Stunde von einem Schleusenwärter einmal bedient wird, ließ sich dieser aufgrund unseres Andrangs dazu bewegen, die Schleuse schon vorher zu bedienen. Ein Zeitverlust von einer halben Stunde blieb uns somit erspart - wie nett! Auf dem nächsten viel gewundenen Flußabschnitt bis Kossenblatt erwartete uns Natur pur. Der einzige Ort auf dieser Strecke war Werder, von dem wir nichts mitbekamen. Das Wetter zeigte sich nun von seiner besten Seite und da sich alle eingepaddelt hatten, kamen wir jetzt auch schneller voran. Gegen Mittag an der halb zerfallenen Schleuse in Kossenblatt angekommen, wurde es noch einmal turbulent. Da sich der Ort genau in der Mitte der Strecke Neuendorfer See - Schwielochsee befindet, treffen sich um die Mittagszeit hier alle Paddler, die diesen Flußabschnitt in beiden Richtungen befahren. Also blieb uns nichts anderes übrig, als sich im Kanal zur Umtragestelle mit den Paddelbooten anzustellen. Dafür war das Umtragen der Boote selbst ein riesen Gaudi, denn hier werden die Boote mit einer manuellen Seilwinde und mittels Schienenwagen auf die andere Seite befördert. Nicht nur die Kinder hatten hier ihren Spaß. Unterhalb von Kossenblatt entschieden wir uns dafür, nach einem Mittagsplatz Ausschau zu halten, den wir dann schon nach kurzem paddeln an einem Kanurastplatz fanden. Ein einsamer Paddler, der uns hier stromaufwärts entgegenkam, entpuppte sich als Gubener so daß wir hier in ein kleines Gespräch verwickelt wurden. Weiter ging es über Briescht, mit einer rekonstruierten und sehenswerten Zugbrücke bis Trebatsch kurz vor der Mündung in den Schwielochsee. Am Ortsausgang von Trebatsch folgte ein Abzweig nach rechts in einen Seitenarm. Die Hoffnung dem mittlerweile stark zugenommenen Motorbootverkehr zu entkommen, ging jedoch nicht auf , so daß sich alle Arten von Booten auf dem schmalen Flußarm drängelten. Trotzdem war es eine sehr interessante Gegend. Am Nachmittag erreichten wir die Mündung zum Schwielochsee und nun stand uns das gleiche, wie am gestrigen Tage bevor. Wir hatten zum Abschluß der Tagesetappe wieder einen See zu queren; nur 2 km Strecke, dafür aber mehr Wellen. Also legten wir uns noch einmal kräftig ins Zeug und steuerten auf unseren nächsten Schlafplatz zu. Auf dem verschlafend wirkenden Zeltplatz von Niewisch sorgte unsere Kajaktruppe bei der Ankunft für reichlich Abwechslung. Während uns die hier herumlungernden Dauercamper neugierig beobachteten, landeten wir unsere Boote an und begannen zugleich mit dem Aufbau unserer Zelte und den Abendvorbereitungen. Noch bevor wir alles fertig hatten, kam eine zweite Kajaktruppe dazu - und - schon wieder Gubener! Diesmal hatten wir mehr Zeit für einen gemütlichen Abend, so daß wir in Ruhe kochen konnten während sich über uns ein schöner Sonnenuntergang ausbreitete. Der Abend klang aus mit einem kulturellen Beitrag einiger unserer Mädels. Es kamen klassische Gedichte zum Vortrag, welche in der Schule nie gemocht, hier ihre Wirkung nicht verfehlten. 3. Etappe (Schwielochsee/ Niewisch - Beeskow) Bereits gegen 7.00 Uhr war wieder Wecken angesagt; nur gut das es für diese Aufgabe zuverlässige Frühaufsteher in unserer Gruppe gibt. Nach einem guten Frühstück und dem erfrischenden Seebaden, paddelten wir weiter zum seichten und stark verkrauteten Glower See und weiter über den Leißnitzsee. Diese Seestrecken waren nicht mehr so lang und somit auch nicht so eintönig. Seenartig erweitert fließt die Spree nun weiter bis Beeskow, dessen Kirchturm bald weit sichtbar wird. Die Flußlandschaft ist gesäumt von dichten und hohen Schilfbeständen, die ein Anlanden erschweren würden. Wir lagen gut in der Zeit und ließen uns nun des öfteren treiben. Gegen Mittag erreichten wir einen schönen Rastplatz am Ortseingang von Beeskow, wo wir beschlossen den offiziellen Teil unserer Tour zu beenden. Die Boote wurden angelandet, die Kinder und Frauen mit Eis vollgestopft und der männliche Teil kümmerte sich um die Autos, die nun von Lübben geholt werden mußten. Innerhalb von 1 1/2 Stunden war alles startklar und die Boote samt Gepäck konnten verladen werden. Vier Boote und 8 Leute blieben zurück um noch für zwei weitere Tage die Spree abzupaddeln. Autor: Thomas Beglau Juni 1999 |
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