Deutscher Alpenverein Sektion Guben e.V.
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Lasörling Höhenweg und Venediger Höhenweg

Anfang September war der Lasörling Höhenweg und soweit es Wetter und Zeit zuließen der Venediger Höhenweg-Süd unser Ziel.

 

Der Lasörling Höhenweg liegt in Osttirol, südlich des Virgentales, das von der Isel durchströmt wird, die später in die Drau mündet, die wiederum in die Donau und dann ins Schwarze Meer. Soweit ein kleiner, abschweifender Exkurs in die Geographie.

Der Höhenweg ist nach dem höchsten Berg diesen Höhenzuges, dem Lasörling (3098 m) benannt.

 

Ausgangspunkt unserer Tour am ersten Wandertag war der Wanderparkplatz in

Virgen (1089 m). Der Zielpunkt war die Wetterkreuzhütte (2106 m). Nach 5 Stunden auf einer Directissima erreichten wir die Hütte. Die Aussicht ins Tal, auf die gegenüberliegende Venedigergruppe und auch zum Großglockner ist überragend.

Die Tagestouristen und auch ein offensichtlicher Hüttenangestellter verließen bald den Hüttenbereich. Plötzlich waren wir allein an der Hütte. Zum Glück war die Hüttentür offen.

Später hörten wir doch Geräusche in der Hütte. Wie sich dann herausstellte, war es der polnische Hüttenangestellte, der offensichtlich seinen Rausch der letzten Nacht ausgeschlafen hatte und eigentlich seinen freien Tag hätte. Offenbar auf Grund unerklärlicher Kommunikationsprobleme im Vorfeld war ihm nicht bekannt gegeben worden, dass wir in der Hütte nächtigen wollten. Er hat uns dann doch in sein polnisches Herz geschlossen. Bei gemeinsamen Speis und Trank am Abend tat er dann noch ausgiebig seine Abneigung gegen Putin, den Kommunismus und die Ausbeutermethoden seiner osttiroler Arbeitgeber kund.

 

Der zweite Tag führte uns dann in 1,5 Stunden zunächst von der Wetterkreuzhütte zur Zupalseehütte (2342 m) mit dem herrlichen gleichnamigen Bergsee. Plötzlich kreuzte dort unser polnischer Freund auf. Eigentlich wollte er noch abends alles Richtung Tal hinter sich lassen. Naja, einmal richtig geschlafen und die Welt sieht gleich anders aus.

Nach weiteren 4 Stunden erreichten wir nach Überschreitung von zwei Bergkämmen die Lasörlinghütte (2300 m). Natürlich ist der Lasörling in unmittelbarer Nähe. Er wird aber nicht auf unserem Programm stehen.

 

Am dritten Tag ging es dann von der Lasörlinghütte in 4,5 Stunden über das Berger Törl (2800 m) zur Bergerseehütte (2182 m). Am herrlichen, gleichnamigen See gelegen.

Den Lasörling haben wir links liegengelassen.

 

Der vierte Tag begann für uns auf Grund des einsetzenden Regens erst kurz vor der Mittagszeit. Dadurch musste ich noch miterleben, wie bei einer Rangelei zweier Kühe die Glasscheibe der Hüttenschautafel durch den fetten Hintern einer der Rivalen scheppernd zu Bruch ging. Nach dem Ende des Regens setzten wir uns über den schönen Muhspanoramaweg in Richtung Lasnitzenhütte in Bewegung, die wir nach 2,5 Stunden erreichten.

 

Der fünfte Tag überraschte uns schon am frühen Morgen mit blauem Himmel und Sonnenschein bei relativer Kühle. Wir sollten dann aber noch im Laufe des Tages öfters ins Schwitzen kommen. Und ein toller Blick zum Großvenediger. Diesen Blick konnten wir noch oft im Laufe des Tages genießen.

Für die Tour über die Micheltalscharte (2652 m) und die Rote Luke (2786 m) bis zur Neuen Reichenberger Hütte (2586 m) benötigten wir dann 6,5 Stunden.

 

Der sechste Tag war dann auch schon der letzte auf dem Lasörling Höhenweg. Auf einem wunderschönen Wanderweg ging es in 4 Stunden zur Clarahütte (2038 m). Die Clarahütte liegt praktisch am Ende des Virgentales. Die Dreiherrenspitze (3499 m), als Grenzberg zu Südtirol, grüßt bereits und eine Tour ins südtiroler Ahrntal würde sich anbieten. Umsorgt wurden wir übrigens in der Hütte von sehr netten, jungen Hüttenleuten aus Polen.

 

Der siebente Tag führte uns dann bereits auf den Venediger Höhenweg. Von der Clarahütte

ging es zunächst stetig bergab. Über den Wasserschaupfad „Natur-Kraft-Weg“, die durchaus beeindruckenden Umbarwasserfälle und den Alpengasthof „Islitzer Alm“ erreichten wir den tiefsten Punkt dieser Tagestour in Ströden (1403 m), gleichzeitig Beginn des südlichen Venediger Höhenweges. Über die Stoanalm (1469 m) erreichten wir nach insgesamt

5 Stunden die Essen-Rostocker Hütte (2209 m). Hier hat man einen herrlichen Blick auf die Simonyspitzen einschließlich Gletscher.

 

Am achten Tag ging es dann von der Essen-Rostocker Hütte über das Türmljoch (2790 m) in

4 Stunden zur Johanneshütte (2121 m). Zwischendurch schweifte der Blick immer wieder nach links in Richtung Großvenediger. Leider war er an diesem Tag oft in Wolken gehüllt.

Die Johannishütte ist auch Anfangs-, Zwischen- oder Endstation bei einer Großvenediger-

Begehung.

 

Der neunte Tag führte uns dann in 3 Stunden von der Johannishütte über die Sajatscharte (2750 m) zur Sajathütte (2575 m). Die Sajathütte ist relativ neu und macht mit seinen zwei Türmchen den Eindruck eines kleinen Schlosses in den Bergen. Schon etwas gehobener Standart, auch bei den Preisen.

 

Am zehnten und letzten Tag ging es nur noch bergab. In 2,5 Stunden von der Sajathütte bis in die Gemeinde Prägraten (1300 m).

 

Fazit: Sehr empfehlenswert.

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