Deutscher Alpenverein Sektion Guben e.V.
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Winterboofen 2004 oder "Elbsandstein – Ein Wintermärchen"

Es ist schon fast Tradition: jedes Jahr wird einmal im Winter durch das verschneite Elbsandsteingebirge gewandert und in einer Boofe im Freien übernachtet. Sobald das Wetter weiße Pracht verspricht, wird spontan entschieden und wer kann und möchte, klinkt sich einfach mit ein.

Dieses Mal waren wir zu fünft, jedoch verloren wir durch das Einsammeln der Leute viel Zeit.

So begann unsere Tour etwas verspätet um 11.00 Uhr in Schmilka. Den Lehnsteig ging es steil empor. Na da konnte man uns pusten und stöhnen hören…, die bewegungsarme und an Schlemmereien sehr reiche Zeit hat an allen ihre Spuren hinterlassen und die schweren Rucksäcke tragen ihr übriges dazu bei. Zum Glück gibt es ja unterwegs einige lohnende  Aussichtspunkte, die wir uns bei dem herrlichen Wetter nicht entgehen lassen durften. Da waren gleich auf halber Höhe die Lehnsteigtürme, die wir auf schmalen Bändern entlang erreichten (nur für Geübte in dieser Jahreszeit). Aber die Blicke, die uns erwarteten, ließen uns alle Strapazen vergessen. Das musste natürlich mit einem warmen Schlückchen begossen werden und richtig gefrühstückt hatten wir ja auch noch nicht, was wir bei dieser Gelegenheit gleich nachholten. Weiter ging`s auf dem Reitsteig Richtung Winterberg – bergauf, bergauf!

Trotz der Kälte dampften wir regelrecht, und als wir endlich an der Gaststätte oben ankamen, konnten wir der Versuchung nicht widerstehen. Bevor wir auf die Annehmlichkeiten der Zivilisation verzichteten, wurden nochmals reichlich Kohlenhydrate eingefahren und - wie könnte es anders sein - die Männer labten sich an einem Bierchen bzw. Radler.

Inzwischen war die Zeit schon weit vorangeschritten und wir mussten uns fragen, ob wir unsere Boofe am Langen Horn überhaupt erreichen konnten. Also ging es weiter, nun ohne längere Pausen durch die Richterschlüchte  in den Zschand hinein. Wir stapften durch knietiefen Schnee, mussten teilweise spuren, zum Glück aber bergab. Es war herrlich um uns herum, dicker Schnee bedeckte Felsen und Bäume. Leider fehlte nun die Sonne und das Licht für 1A-Fotos – aber wir wollten ja sowieso keine Pausen mehr machen….

Am Ende des Zschandweges steht man nun vor einem Grenzbalken und es ist hier  unerwünscht, die grüne Grenze zu überschreiten. Aber wir wollten ja zum Langen Horn und so bogen wir links ab und rauf ging`s zur Hickelhöhle. Pause!

Als eine Viertelstunde später alle eingetroffen waren, beschlossen wir in gegenseitigem Einvernehmen, die Hickelhöhle als unser nächtliches Domizil zu erwählen. Nun mal ehrlich,

wer hat schon einmal vor diesem riesengroßem Naturpalast gestanden und sich nicht gewünscht, hier zu übernachten? Vielleicht sogar mit der ganzen DAV-Sektion ? Platz genug  wäre ja . Schließlich war es fast dunkel, und mit der Stirnlampe irgendwo oben am Langen Horn nach der richtigen Boofe suchen, das brauchten wir heute nicht mehr. So wurde es ein schöner Abend, wir konnten sogar ein Feuerchen entfachen, da andere Leute so nett waren und schon für Brennholz gesorgt hatten. Kochwasser war genug in Form von Schnee vorhanden, deshalb bekamen die Männer auch genaue Anweisungen, wo sie ihre gelben Spuren im Schnee hinterlassen durften. Die Nacht war wider aller Erwartungen recht warm (ca.-8°C), ich war die einzige, die an den Füssen fror, muss wohl am neuen Schlafsack gelegen haben. Die Männer waren natürlich richtige Männer! Das Erwachen und aus dem Schlafsack kriechen ist immer recht unangenehm, aber nicht zu Vermeiden. Wenn man Glück hat – so wie ich – ist jemand da, der einem gleich einen warmen Guten – Morgen – Tee zum Frühstück serviert. 9.00 Uhr machen wir uns auf den Rückweg  wieder über die Richterschlüchte, diesmal unterhalb des Winterberges entlang  und über den Wurzelweg zurück nach Schmilka. Die Zivilisation hat uns wieder und wir lassen sie nicht lang auf uns warten! Schon gegen Mittag sitzen wir in einem Restaurant in Bad Schandau und schlagen uns die Bäuche voll, ich muss wieder meinen Hosenknopf öffnen, so wie gestern vor der Tour. Trotzdem fühlen wir uns stolz? Vielleicht ein klein wenig wie Helden ?- eben einfach nur gut!

 

                                                                                        Irene Weinforth

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